2. Platz - Wettbewerb zur Umgestaltung des Rathausplatzes in der Gemeinde Simmerath

Die besondere Herausforderung lag bei diesem Wettbewerb in der Oberflächengestaltung des Platzes. Da der Unterbau weitestgehend unberührt bleiben sollte, und die Materialwahl den Kostenrahmen berücksichtigen musste, wurde hier ein Konzept entwickelt, welches über einen geschliffenen Asphalt mit Natursteineinschlüssen auf die speziellen Anforderungen der Auslobung eingeht.

 

Konzepterläuterung:

Die Architektur des Rathauses ist geprägt durch die geometrische Formensprache des Achtecks in unterschiedlichen Ausprägungen und symmetrischen Abwandlung. In der Architektur des Hauptzuganges, der Fassade und dem Brunnen auf dem Vorplatz findet sich das Achteck wieder. Das Rathaus bildet zum einen den inhaltlichen Mittelpunkt der Gemeinde und zum anderen das räumlich prägende Element der gesamten Platz- und Raumtypologie. Die Gestaltung des neuen Rathausplatzes greift die Form des regelmäßigen Achtecks auf und entwickelt diese weiter zu einem dynamischen Konglomerat aus großformatigen polygonalen Formen. Die gestalterische Weiterentwicklung des Achtecks aus dem Rathaus heraus symbolisiert zum einen den Aufbruch und die Weiterentwicklung der Gemeinde und verbindet im Weiteren den gesamten Rathausplatz zu einem zusammenhängenden Stadtraum in dessen zentraler Bedeutung das Rathaus steht.


Die Zusammenführung der Raumkanten über eine einheitliche Gestaltung des Platzbelages ist die zentrale Idee des Entwurfes. Die prägnante Oberflächengestaltung bildet das konstante Element und formt so eine aussagekräftige Adresse für das neue Rathausumfeld. Anstatt sich der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der vorhandenen Elemente unterzuordnen tritt die Platzgestaltung in den Vordergrund und wird zu einer selbstbewussten Geste und einer prägnanten Adresse für Simmerath.


Die Platzgestaltung bezieht sich respektvoll auf die Vergangenheit der Gemeinde und nimmt diese als Anstoß für den Aufbruch und für eine Neuinterpretation der zentrale Platzflächen. Die neue Gestaltung verbindet den gesamten Stadtraum über ein zusammenhängendes Muster, welches sich von der Kammerbruchstraße über den Rathausvorplatz bis hin zur Fuggerstraße erstreckt und an beiden neuralgischen Punkten die visuelle Integration des Rathausplatzes in den Stadtraum wiederherstellt.


Durch einen einheitlichen Platzbelag aus eingefärbtem und geschliffenem Asphalt (alternativ Ortbeton oder Hybride als halbstarren Belag) wird die Oberfläche zum verbindenden Element. Darüber entsteht ein lockerer Stadthain mit feinem Blattwerk, der Aufenthaltsqualität entstehen lässt und darunter eine vielfältige Bespielung des Stadtraumes ermöglicht. In unregelmäßigen Abständen und lockerer Anordnung verteilen sich runde Sitzbänke als bepflanzte Grüninseln über den Platz und ermöglichen den Aufenthalt und die Nutzung der Fläche als Raum für soziale Interaktionen und als zentralen Treffpunkt. Die Parkplatzflächen gliedern sich in die Gestaltung ein, ohne zum dominierenden Element zu werden. An Fest- oder Markttagen wird der gesamte Platzbereich bespielbar für unterschiedliche Stände und zum lebhaften Zentrum unter einem lockeren Blätterdach. Bei Bedarf können ebenso mobile Pflanzkübel in das Konzept integriert werden. Die Platzfläche wird angehoben, sodass eine barrierefrei Zuwegung zum Rathaus entsteht. Der Übergang zum Park entwickelt sich wie selbstverständlich aus der formalen Gestaltungssprache. An dieser Stelle entsteht ein Platz mit Sitztreppen und Blick in den Parkraum, an dem die sonnigen Tage in Verbindung mit einer Außengastronomie genossen werden können.

 

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